Schadstoffe in Periodenprodukten: Tampons, Binden, Alternativen

Stand: 06. Oktober 2026

Sind Tampons und Binden gesundheitsschädlich? Und wie steht es um Menstruationstassen und Periodenunterwäsche? Die Verbraucherzentralen fassen zusammen, was derzeit über Schadstoffe in Periodenprodukten in Europa bekannt ist, und geben Tipps für eine schadstoffarme, nachhaltige Auswahl.

Das Wichtigste in Kürze

  • In Tampons und Binden wurden in Spuren Schadstoff-Rückstände nachgewiesen. Für Metalle und Pestizide in Tampons sieht das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) aufgrund der geringen Mengen kein Risiko. 
  • Bio-Varianten: Bei Tampons mit dem Siegel Global Organic Textile Standard (GOTS) stammt die verwendete Baumwolle garantiert aus biologischem Anbau. Der Einsatz von Pestiziden ist dort verboten. 
  • Als gute wiederverwendbare Alternative gilt die Menstruationstasse, beispielsweise aus medizinischem Silikon.
  • Periodenunterwäsche ist ebenfalls eine gute Mehrweglösung. Sie kann jedoch unter anderem geruchshemmende Biozide und PFAS enthalten. Daher auf Textilsiegel achten, die solche Chemikalien ausschließen.
     

Tampons, Binden und andere Periodenprodukte haben direkten Kontakt zur Schleimhaut. Die Schleimhaut nimmt Stoffe besonders leicht auf. Deshalb fragen sich viele, ob Rückstände in diesen Produkten ein Problem sein können. Auch die kontinuierliche Nutzungsdauer spielt eine Rolle: Über das Leben verteilt können bis zu 7.400 Tampons zusammenkommen. 

Für Periodenprodukte gelten die allgemeinen Vorgaben der Bedarfsgegenständeverordnung, in der die Sicherheit von Lebensmittelkontaktmaterialien und Produkten mit Hautkontakt geregelt ist. Spezielle Anforderungen oder Grenzwerte für Periodenprodukte gibt es jedoch nicht.

Sind Tampons und Binden ungesund?

Kurz gesagt: Rückstände von Schadstoffen wurden in Spuren nachgewiesen. Ob sie Ihrer Gesundheit schaden, bewerten Behörden und Forschende unterschiedlich.

Welche Schadstoffe können sich in Tampons befinden?

Tampons bestehen im Inneren meist aus Viskose oder Baumwolle. Die durchlässige Außenschicht, die das Einführen und Herausnehmen erleichtert, und der Rückholfaden sind entweder aus synthetischem Kunststoff (wie Polyethylen, Polypropylen oder Polyester) oder aus Baumwolle. Zum Schutz vor Feuchtigkeit sind Tampons einzeln in Kunststoff verpackt.

  • 2024 untersuchte die Forscherin Jenni A. Shearston von der Columbia University Tampons aus den USA und Europa. Ihr Team fand Spuren von 16 Metallen und Halbmetallen, darunter Blei, Cadmium und Arsen. Die Konzentration schwankte je nach Verkaufsort und Material.
  • 2026 folgte eine zweite Studie. Sie prüfte, wie viel Metall sich in Flüssigkeiten mit dem pH-Wert von Menstruations- und Vaginalflüssigkeit löst. Das Ergebnis: Die Metallfreisetzung ist gering, könnte aber zu einer Metallbelastung des Körpers beitragen, sofern der Körper die Stoffe aufnimmt. Das muss noch weiter untersucht werden. Die Forschenden fordern deshalb behördliche Kontrollen und systematische Sicherheitsprüfungen.
  • Die französische Behörde ANSES wies in Periodenprodukten mehrere Schadstoffe nach. Dazu zählten Rückstände von Glyphosat und anderen Pestiziden. Die nachgewiesenen Mengen waren so gering, dass laut ANSES kein Risiko besteht. Trotzdem empfiehlt die Behörde den Herstellern, die Chemikalienrückstande zu verringern bzw. möglichst ganz zu eliminieren. 

Die Kombination verschiedener Chemikalien stellt ein bisher nicht bewertetes Risiko dar.

Wie gefährlich sind Metalle und Pestizide in Tampons?

Auch das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) sieht aufgrund der geringen Mengen kein Gesundheitsrisiko. Selbst wenn der Körper alle nachgewiesenen Metalle vollständig aufnähme, bliebe die Belastung im Vergleich zur täglichen Belastung durch Nahrung, Trinkwasser oder Hausstaub vernachlässigbar gering. 

Trotzdem fordert das BfR mehr Vorsicht: Hersteller sollen Rohstoffe sorgfältiger auswählen und die Schwermetallgehalte so gering wie möglich halten.

Auch bei Pestizidrückständen sieht das BfR bisher keine Gesundheitsgefahr:

  • Die eingesetzte Zellwolle und Baumwolle muss den strengen Reinheitsanforderungen des Europäischen Arzneibuches für Verbandwatte entsprechen.
  • Pestizidrückstände sollten auf ein technisch nicht vermeidbares Minimum abgesenkt werden.
     

Lücken bleiben: Deutschland hat weder spezifische gesetzliche Grenzwerte für Menstruationsprodukte, noch gibt es derzeit aktuelle, öffentlich zugängliche Messergebnisse von Behörden. 

Sind in Binden Chemikalien enthalten?

Eine herkömmliche Binde kann zu bis zu 90 Prozent aus Plastik bestehen. Forschende fanden in Binden Phthalat-Weichmacher sowie flüchtige organische Verbindungen, zum Beispiel Lösemittel und Duftstoffe, die Kontaktallergien und andere Unverträglichkeitsreaktionen auslösen können. 

Aufbau von Binden

Binden bestehen aus mehreren Schichten und zu einem großen Teil aus erdölbasierten Kunststoffen wie Polyethylen, Polypropylen oder Polyester:

  • Oberfläche: leitet die Flüssigkeit weiter.
  • Saugkern: Zellulose und superabsorbierende Polymere nehmen die Flüssigkeit auf und binden sie.
  • Unterseite und Klebeschicht: Die undurchlässige Unterseite schützt vor dem Auslaufen, die Klebeschicht fixiert die Binde.

Sind Bio-Varianten besser als klassische Periodenprodukte?

Bei Tampons mit dem Siegel GOTS stammt die verwendete Baumwolle garantiert aus biologischem Anbau. Sie können daher davon ausgehen, dass die Baumwolle gar nicht oder geringfügig mit Pestizidrückständen belastet ist.

Weitere Nachhaltigkeitssiegel, an denen Sie sich orientieren können:

  • OEKO-TEX Standard 100 kennzeichnet Textilien, die auf Schadstoffe geprüft wurden. Das Siegel sagt jedoch nicht aus, dass die Baumwolle aus biologischem Anbau stammt: Konventionell angebaute und gentechnisch veränderte Baumwolle sind erlaubt, und Bio-Baumwolle ist nicht vorgeschrieben.
  • Der Blaue Engel ist ein staatliches Umweltzeichen für unterschiedliche Produkte, die umweltfreundlicher hergestellt werden und Schadstoffe vermeiden. 

Sind Alternativen wie Menstruationstasse und Periodenunterwäsche besser?

Kurz gesagt: 

  • Die Menstruationstasse aus medizinischem Silikon ist in der Regel schadstoffarm und eine gute Alternative zu Einwegprodukten auf dem Markt.
  • Periodenunterwäsche ist ebenfalls empfehlenswert, wenn sie schadstoffarm ist. Orientierung bei der Auswahl bieten hier bestimmte Textilsiegel wie GOTS, die neben vielen anderen Schadstoffen den Einsatz geruchshemmender Substanzen (Biozide) und wasserabweisender "Ewigkeitschemikalien" PFAS verbieten.

Enthalten Menstruationstassen Schadstoffe?

Menstruationstassen bestehen meist aus medizinischem Silikon, TPE (thermoplastischen Elastomeren) oder Kautschuk. Abhängig vom Material sind unterschiedliche Rückstände in den Menstruationstassen möglich. Um ein schadstoffarmes Produkt zu finden, können Sie daher auf unabhängige Testberichte von Stiftung Warentest oder ÖKO-TEST achten.  

In den meisten getesteten Silikon-Tassen fanden die Labore bisher keine Schadstoffe.

Stecken schädliche Stoffe in Periodenunterwäsche?

Periodenunterwäsche arbeitet mit drei Schichten:

  1. Innenschicht: Sie nimmt Blut auf und leitet es zur Saugschicht weiter, damit die Haut sich trocken anfühlt.
  2. Saugschicht: Sie saugt die Flüssigkeit wie ein Schwamm auf. Diese kann Biozide wie Silbersalze enthalten, die das Wachstum von Bakterien und das Entstehen von Gerüchen hemmen. Biozide können je nach Art, Verwendung und Konzentration allergische Reaktionen auslösen und die natürliche Bakterienflora der Haut stören.
  3. Außenschicht: Eine flüssigkeitsundurchlässige Kunststoffmembran soll für Auslaufsicherheit sorgen. 

Eine Studie aus dem Jahr 2025 testete 13 Menstruationsunterhosen aus Europa. Bei zwei Produkten war der Gesamtfluorgehalt so hoch, dass die Forschenden in diesen Fällen von einer absichtlichen Behandlung mit PFAS ausgehen. 

Was sind PFAS?

PFAS steht für Per- und Polyfluoralkylsubstanzen, die häufig wegen ihrer wasser- und fettabweisenden Eigenschaften eingesetzt werden. Sie sind biologisch nicht abbaubar und reichern sich so in Umwelt, Mensch und Tier immer weiter an. 

Mehr über PFAS - wo sie stecken und warum sie problematisch sind

Tipps für schadstoffarme und nachhaltigere Periodenprodukte

Bei Tampons und Binden

  • Meiden Sie Duftstoffe. Verzichten Sie auf Tampons und Slipeinlagen mit Frischeduft oder geruchshemmenden Chemikalien. 
  • Achten Sie auf Nachhaltigkeitssiegel wie GOTS, Blauer Engel oder OEKO-TEX Standard 100. Tampons und Slipeinlagen mit Bio-Baumwolle erkennen Sie an dem GOTS-Siegel. Bei einigen Produkten wird Bio-Baumwolle nur in der obersten hautberührenden Schicht verwendet.
  • Meiden Sie Einweg-Produkte mit hohem Plastikanteil. Das gilt besonders für Binden, die zu bis zu 90 Prozent aus Plastik bestehen.

Bei Menstruationstassen

  • Achten Sie auf Testberichte. Unabhängige Tests helfen Ihnen, die passende Tasse zu finden. In den meisten Produkten fanden die Tester keine Schadstoffe.

Bei Periodenunterwäsche

  • Meiden Sie antibakterielle Produkte. Der Hinweis "geruchshemmend“ deutet auf Biozide hin. Sie können Allergien auslösen, Ihre Hautflora stören oder die Bildung resistenter Bakterien fördern.
  • Achten Sie auf Siegel. Das GOTS-Siegel garantiert Bio-Baumwolle, beschränkt Schadstoffe während der gesamten Produktion und verlangt die Einhaltung von Sozialstandards. Der OEKO-TEX Standard 100 garantiert zumindest, dass das Endprodukt auf Schadstoffe geprüft wurde, lässt aber die Verwendung einiger Biozide zu.
  • Periodenunterwäsche sollte aus hygienischen Gründen eine 60 Grad-Wäsche mit bleichmittelhaltigem Vollwaschmittel vertragen. Dabei werden Pilze und Bakterien zuverlässig abgetötet.

Befolgen Sie die Hygienehinweise der Hersteller

So vermeiden Sie Infektionen und das menstruelle toxische-Schock-Syndrom (mTSS). Es handelt sich dabei um eine seltene Erkrankung, die unter anderem mit dem Tragen von Tampons, Menstruationstassen oder Menstruationsschwämmen in Verbindung gebracht wird, aber auch andere Ursachen haben kann. 

Von Bakterien gebildete Giftstoffe führen dabei zu einer Überaktivierung des Immunsystems. Typische Symptome sind Fieber, Blutdruckabfall und Hautausschlag sowie Kopfschmerzen, Schwindel und Übelkeit. 

Minimiert werden kann das Risiko des Auftretens eines mTSS durch Hygienemaßnahmen:

  • gründliches Händewaschen mit Seife 
  • Mehrwegprodukte gründlich reinigen (zum Beispiel auskochen)
  • eingeführte Periodenprodukte regelmäßig wechseln.