Glossar
Wählen Sie eine Buchstabengruppe, mit der der gesuchte Begriff beginnt.
A - B
Akkreditierung
Die formelle Bestätigung durch eine unabhängige dritte Partei, dass eine Konformitätsbewertungsstelle die erforderliche Kompetenz zur Durchführung bestimmter Konformitätsbewertungsaufgaben nach festgelegten Standards besitzt.
Quelle: ISEAL Code 2025 (v1.1), abgeleitet von ISO/IEC 17000:2020; ASI Glossary 2024 (v5.3), abgeleitet von ISO/IEC 17011:2017
Anforderungen
Auch: Kriterien
Welche Vorgaben müssen erfüllt sein, damit ein Unternehmen ein Siegel für sein Produkt nutzen kann?
Die Anforderungen bzw. Kriterien können sich auf diese Punkte beziehen:
- Herstellungsprozess, z. B. das Verbot von Kinderarbeit
- Eigenschaften, z. B. Energieverbrauch eines Elektrogeräts
- Managementprozesse, z. B. betriebliches Umweltmanagement
Sie sind jedoch grundsätzlich siegelspezifisch bzw. sektorspezifisch.
Quelle: Siegelklarheit, SSCT
Audit
Ein systematisches, dokumentiertes Verfahren, bei dem Informationen, Aufzeichnungen und Aussagen überprüft und objektiv bewertet werden, um festzustellen, ob festgelegte Anforderungen eingehalten werden.
Ein Beispiel dafür ist die Prüfung der Verfahren, Aussagen und Praktiken eines Siegelnehmenden durch die siegelgebende Organisation.
Quelle: ISEAL Assurance Code, abgeleitet von ISO 17000, ISO 19011
Audit durch Dritte
Kontrollaktivität, die von einer Person oder Stelle durchgeführt wird, die unabhängig ist von der Person oder Organisation, die das Prüfobjekt bereitstellt, und von den Interessen der Nutzer:innen an diesem Objekt.
Quelle: Abgeleitet von ISO 17000
Audit-Bericht
Ein Bericht über Beobachtungen zur Einhaltung der Anforderungen durch die Betriebe. Der Bericht konzentriert sich auf Informationen über Nichtkonformitäten. S. a. ‚Audit‘.
Quelle: ISO 9000
Auditor:in
Eine Person, die das Audit durchführt.
Quelle: ASI Glossary 2024 (v5.3), abgeleitet von ISO 9000:2015
Aufsicht
Die systematische und unabhängige Kontrolle von Konformitätsbewertungstätigkeiten, um sicherzustellen, dass sie zuverlässig, unparteiisch und konform mit regulatorischen oder normativen Anforderungen durchgeführt werden.
Quelle: ISEAL Code 2025 (v1.1), abgeleitet von ISO/IEC 17000:2020
Aufsichtsstelle
Auch: Akkreditierungsstelle
Eine Organistation, die die Kompetenzen einer Konformitätsbewertungsstelle bewertet, ob diese bestimmte Prüfungen oder Bewertungen korrekt durchführt.
Quelle: angepasst aus ISEAL's Assurance Code Version 2.0
Bereich
Die Anforderungen von Siegelklarheit an Nachhaltigkeitssiegel gliedern sich in drei Bereiche:
- Glaubwürdigkeit
- Umweltfreundlichkeit
- Sozialverträglichkeit
Quelle: Siegelklarheit, SSCT
Beschwerde
Äußerung der Unzufriedenheit einer Person oder Organisation gegenüber einer siegelgebenden Organisation, einer Prüfstelle oder einer Aufsichtsbehörde in Bezug auf deren jeweilige Aktivitäten, wobei eine Reaktion erwartet wird.
Quelle: ISEAL Assurance Code (übernommen von ISO 17000)
Business-to-Business-Label (B2B)
Die Bezeichnung Business-to-Business (B2B) wird im Allgemeinen für die Beziehung zwischen mindestens zwei Unternehmen verwendet. B2B-Labels zeichnen besonders engagierte Unternehmen sowie ihre Produkte und Dienstleistungen aus. Sie sind für die Endverbraucher:innen häufig nicht ohne Weiteres auf einem Produkt sichtbar.
Siegelklarheit fokussiert sich aktuell hauptsächlich auf Verbraucherlabel (Business-to-Consumer-/B2C-Label). Also solche, die sich nicht an andere Unternehmen, sondern primär an Konsument:innen richten.
Quelle: OECD Environment Directorate: Labelling and Information Schemes for the Circular Economy, Environment Working Paper No. 183
C - E
Chain of Custody (CoC)
Auch: Produktkette, Überwachungskette, Sorgfaltskette
Ziel von Chain of Custody (CoC)-Systemen ist es, Aussagen über das Produkt, den Prozess, das Unternehmen oder die Dienstleistung, die durch den Nachhaltigkeitsstandard abgedeckt wird, zu validieren. Dies wird durch die Definition einer Reihe von Anforderungen und Maßnahmen erreicht. Sie stellen die notwendigen Kontrollen für die Bewegung von Material oder Produkten (und die damit verbundenen Nachhaltigkeitsdaten) von zugelassenen oder zertifizierten Unternehmen durch jede Stufe der Lieferkette dar. Das CoC-System bildet somit die Grundlage für alle Aussagen, die über das genehmigte oder zertifizierte Produkt gemacht werden können.
Quelle: ISEAL Guidance: Chain of custody models and definitions
Claim
Auch: Behauptung
Eine schriftliche oder bildliche Aussage über die Nachhaltigkeitsattribute eines Produkts, eines Prozesses, einer Dienstleistung oder einer Organisation. Claims können als Filter fungieren, die Menschen mit Informationen über die sozialen und ökologischen Eigenschaften eines Produkts oder einer Dienstleistung versorgen, was die Entscheidung, ein bestimmtes Produkt zu kaufen, beeinflussen kann.
Quelle: ISEAL Credibility Criteria, ISEAL challenge the label
Entscheidungsorgan
Auch: Steuerungsorgan
Grundsätzlich ist das Entscheidungsorgan das höchste Organisationsorgan, das die Entscheidungsbefugnis über die strategischen und betriebswirtschaftlichen Entscheidungen einer Organisation hat. In diesem Kontext ist das Entscheidungsorgan meist die siegelgebende Organisation.
Quelle: Siegelklarheit, SSCT
F - H
Glaubwürdigkeit
Im Bereich Glaubwürdigkeit basieren die Kriterien auf Prinzipien der ISEAL Alliance.
Hierbei liegt der Fokus auf der Arbeitsweise der siegelgebenden Organisation, mit einem Fokus auf, unter anderem, der Transparenz des Zertifizierungssystems, der Einbindung von Stakeholder im Prozess der Richtliniensetzung oder der Zuverlässigkeit des Audits. Ein Siegel wird als glaubwürdig erachtet, wenn es zumindest die Mindestanforderungen im Bereich Glaubwürdigkeit erfüllt.
Die Glaubwürdigkeitskriterien wurden von Siegelklarheit in Kooperation mit (inter-) nationalen Expert:innen entwickelt.
Die Glaubwürdigkeit eines Siegels beurteilt Siegelklarheit anhand der folgenden vier Themenbereiche:
- Systemmanagement: Wie ist die standardsetzende Organisation strukturiert? Wie transparent sind ihre Strukturen und wie setzen sich die Entscheidungsgremien zusammen?
- Kontrollsystem: Werden die Anforderungen von einer unabhängigen, qualifizierten Stelle überprüft? Werden Missstände sanktioniert?
- Standardsetzung: Wer ist an der Formulierung der Anforderungen beteiligt? Werden die Einwände von Interessengruppen berücksichtigt? Wie oft wird der Anforderungskatalog überarbeitet?
- Produktkennzeichnung und Rückverfolgung: Was behauptet ein Siegel und wer darf sich damit schmücken? Können zertifizierte Rohstoffe auch über die Produktionsphase hinaus zurückverfolgt werden?
Quelle: ISEAL Credibility Principles, Siegelklarheit, SSCT
Gütezeichen
Auch: Gütesiegel
Eine Kennzeichnung, grafisch oder schriftlich, die anzeigt, dass ein Produkt, eine Dienstleistung, ein Verfahren oder eine Leistung bestimmte vorab definierte Anforderungen erfüllt, zum Beispiel die Einhaltung vorab definierter Qualitäts-, Umwelt- oder Sozialstandards.
Die Anforderungen an Gütezeichen beruhen auf objektiv nachprüfbaren Kriterien, die für die Bestimmung der Merkmale des Produkts oder der Leistung geeignet sind. Diese Kriterien wurden im Rahmen eines offenen und transparenten Verfahrens entwickelt.
Quelle: Kompass Nachhaltigkeit §24 UVgO
Gutachter:in
Auch: Prüfer:in
Eine Person, die von einer Akkreditierungsstelle beauftragt ist, allein oder als Teil eines Bewertungsteams, die Begutachtung einer Konformitätsbewertungsstelle durchzuführen.
Quelle: ISO 17011
K - N
Konformitätsbewertung
Sämtliche Tätigkeiten, mit denen festgestellt wird, ob ein Produkt, eine Dienstleistung, ein System, eine Person oder eine Stelle bestimmte festgelegte Anforderungen erfüllt.
Quelle: ISEAL Code 2025 (v1.1), abgeleitet von ISO/IEC 17000:2020
Konformitätsbewertungsstelle
Eine Konformitätsbewertungsstelle ist eine Organisation, die überprüft, ob eine auftragsgebende Stelle oder teilnehmende Organisation die Anforderungen eines Standards erfüllt. Konformitätsbewertungsstellen können akkreditiert sein. Häufig sind Mitgliedsinitiativen sowohl Standardsetzende als auch Konformitätsbewertungsstelle zugleich.
Quelle: ASI, ISO/IEC 17011: 2004
Konformitätskontrollsystem
Managementsystem, das gewährleistet, dass die festgelegten Konformitätsanforderungen eingehalten werden und praktikabel sind. Dazu gehört eine mindestens einmal jährlich stattfindende systematische Managementbewertung durch die Geschäftsleitung des Programmeigners, um die Leistung des Qualitätssicherungssystems zu beurteilen, die Risikoklassifizierung zu aktualisieren und Verbesserungen vorzunehmen. Für die Bewertung können Informationen des Qualitätssicherungssystems, Beiträge von Interessengruppen und die Risikoklassifizierungen herangezogen werden.
Quelle: angepasst aus ISEAL's Assurance Code Version 2.0, 4.5.1
Konformitätsnachweis
Objektive Belege dafür, dass ein Produkt, eine Dienstleistung, ein System, eine Person oder eine Stelle die festgelegten Anforderungen erfüllt.
Solche Nachweise entstehen im Rahmen von Konformitätsbewertungstätigkeiten.
Quelle: Abgeleitet von ISO/IEC 17000:2020
Korrekturmaßnahmen
Maßnahmen zur Beseitigung der Ursache einer Nichtkonformität und zur Verhinderung eines erneuten Auftretens.
Quelle: ISO 9000
Kriterienkatalog
Der gesamte SSCT Kriterienkatalog umfasst rund 300 Anforderungen und bildet die Grundlage für eine Bewertung auf Siegelklarheit. Er wurde erstmalig 2013/2014 von über 200 Fachexpert:innen aus Wissenschaft, Zivilgesellschaft und Privatwirtschaft erarbeitet. Grundlage dafür waren internationale Standards, wissenschaftliche Erkenntnisse sowie Vorgaben von Siegelverbänden wie der ISEAL Alliance oder dem Global Ecolabelling Network.
Die Kriterien bzw. Anforderungen beziehen sich auf die drei Bereiche Glaubwürdigkeit, Umwelt und Soziales. Wo es sinnvoll und notwendig ist, berücksichtigen sie zusätzlich die besonderen Nachhaltigkeitsanforderungen einzelner Sektoren (z.B. Textilien, Papier, Computer usw.).
Im Download-Bereich finden Sie alle sektorspezifischen Kriterienraster, die aktuell auf Siegelklarheit verwendet werden.
Quelle: Siegelklarheit, SSCT
Kriterienraster
Auf Siegelklarheit werden sektorspezifische Kriterienraster verwendet, um die besonderen Nachhaltigkeitsanforderungen einzelner Sektoren zu berücksichtigen. Zum Beispiel enthält das Kriterienraster für Laptops & Co. Kriterien zu Konfliktmineralien, während das Kriterienraster für Baumwolle Kriterien zur Biodiversität enthält.
Somit besteht jedes Kriterienraster aus einer gezielten Auswahl an sektorspezifischen Kriterien aus den Bereichen Umwelt und Soziales sowie aus allen Kriterien aus dem Bereich Glaubwürdigkeit, die sektorübergreifend angewendet werden.
Quelle: Siegelklarheit, SSCT
Lizenz
Eine Vereinbarung oder ein Vertrag, der Zertifikatsnehmenden das Recht einräumt, Zertifikate oder Zertifizierungszeichen gemäß den Anforderungen dieses Programms zu verwenden.
Quelle: IFOAM
Managementsystem
Ein Satz miteinander verbundener oder interagierender Elemente einer siegelgebenden Organisation zur Festlegung von Richtlinien und Zielen sowie von Prozessen zum Erreichen dieser Ziele.
Ein Managementsystem kann eine einzelne Disziplin oder mehrere Disziplinen ansprechen, z. B. Qualitätsmanagement, Finanzmanagement oder Umweltmanagement.
Die Elemente des Managementsystems legen die Struktur, die Rollen und Verantwortlichkeiten, die Planung, den Betrieb, die Richtlinien, Praktiken, Regeln, Überzeugungen, Ziele und Prozesse der Organisation fest, um diese Ziele zu erreichen.
Der Geltungsbereich des Managementsystems kann die gesamte Organisation, spezifische und identifizierte Funktionen der Organisation, spezifische und identifizierte Bereiche der Organisation oder eine oder mehrere Funktionen in einer Gruppe von Organisationen umfassen.
Quelle: ISO 9000
Mindestkriterien
Auch: Mindestanforderungen
Mindestkriterien sind Kriterien, die grundlegende Anforderungen in den Bereichen Glaubwürdigkeit, Umwelt und Soziales abdecken. Diese wurden von (inter-) nationalen Expert:innen bestimmt. Die Mindestkriterien der drei Bereiche für die jeweiligen Produktgruppen können Sie im Download-Bereich einsehen.
Die Mindestkriterien decken Themen von besonderer Relevanz in den jeweiligen Bereichen (Umwelt/Soziales/Glaubwürdigkeit) ab, etwa, weil sie für die ökologische und soziale Nachhaltigkeit im Produktionsprozess eine besonders wichtige Rolle spielen. Sie stellen sicher, dass
- die Siegel die wichtigsten sozialen und ökologischen Herausforderungen in ihrem Sektor adressieren und
- sie durch ein glaubwürdiges Umsetzungssystem abgesichert sind.
Quelle: Siegelklarheit, SSCT
Multi-Stakeholder-Prozess
In diesem Kontext meint der Begriff einen Prozess, bei dem verschiedene Interessengruppen umfassend einbezogen werden. Durch die Einbeziehung der Perspektiven und Meinungen diverser Akteur:innen ist es wahrscheinlicher, dass die Ergebnisse als legitim angesehen werden. Die Bündelung des Wissens, der Mittel und Ressourcen der jeweiligen Akteur:innen wiederum ermöglicht bessere und potenziell nachhaltigere Lösungen.
Die ISEAL Alliance, eine Nichtregierungsorganisation, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, Nachhaltigkeitsstandardsysteme zum Wohle von Menschen und Umwelt zu stärken, betrachtet Multi-Stakeholder-Prozesse als gute Praxis für die Entwicklung, Strukturierung und Verbesserung glaubwürdiger Standardsysteme.
Quelle: ISEAL Codes of Good Practice
Nationales Programm für nachhaltigen Konsum (NPNK)
Das Nationale Programm für nachhaltigen Konsum (NPNK) ist ein wichtiges Mittel zur Umsetzung der Agenda 2030. Das Programm zielt darauf ab, das Konsumverhalten und die Bedürfnisse heutiger Generationen mit den Bedürfnissen zukünftiger Generationen in Einklang zu bringen, ohne dabei das Kapazitätslimit einer nachhaltigen Umwelt zu überschreiten.
In dem Zuge ist Siegelklarheit ein wichtiges Instrument, um nachhaltige Kaufentscheidungen zu erleichtern und den nachhaltigen privaten Konsum zu fördern.
Quelle: Bundesministerium für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMUKN)
O - Q
Öffentlich zugänglich
Öffentlich zugänglich bezieht sich auf die freie Verfügbarkeit von etwas, ohne dass danach gefragt werden muss. Ein Dokument zum kostenlosen Download von einer Website wird als öffentlich verfügbar betrachtet. Wenn Sie wiederum eine Anfrage senden müssen, um das Dokument zu erhalten, wird dies als "auf Anfrage verfügbar" betrachtet.
Quelle: Siegelklarheit, SSCT
Öffentliche Konsultation
Die öffentliche Konsultation ist ein Verfahren, bei dem die breite Öffentlichkeit zu Angelegenheiten, die sie betreffen, angehört und befragt wird. Hauptziele der öffentlichen Konsultation sind die Verbesserung der Transparenz, Effizienz, Effektivität und Legitimität von Entscheidungen.
Quelle: OECD
Produktgruppe
(zu unterscheiden von Sektor)
Für eine verbraucherfreundliche und schnelle Orientierung ordnet Siegelklarheit die dargestellten Siegel aktuell in fünf Produktgruppen ein:
- Bauen & Wohnen
- Haushalt & Drogerie
- Mode & Textilien
- Multimedia & Büro
Hierbei kann sich ein und dasselbe Siegel in mehreren Produktgruppen wiederfinden. Zum Beispiel kann ein Siegel für zertifizierte Baumwolle in der Produktgruppe „Mode & Textilien“ (Baumwoll-Tshirts), in „Haushalt & Drogerie“ (Wattepads) sowie in „Bauen & Wohnen“ (Baumwoll-Bettwäsche) vorkommen.
Wichtig ist, dass die Produktgruppe nichts darüber aussagt, anhand welcher Kriterien ein Siegel bewertet wird. Dies sagt nur die Zuordnung des Siegels zu einem bestimmten Sektor (z.B. Textilien, Papier, Computer usw.) aus. Im Download-Bereich finden Sie alle sektorspezifischen Kriterienraster, die aktuell auf Siegelklarheit verwendet werden.
Quelle: Siegelklarheit, SSCT
Proxy-Akkreditierung
Eine Art der Überprüfung, die von einem System angewendet wird, wobei die Anerkennung des Prüfmechanismus eines anderen Systems als ausreichend angesehen wird, um Sicherheit zu demonstrieren.
Quelle: ISEAL Assurance Code Version 2.0
Qualitätsmanagementsystem
Der Teil eines Managementsystems, der sich auf die Qualität eines Standards, einer Organisation, eines Produkts oder einer Dienstleistung bezieht.
Quelle: ISO 9000
R - S
Rechenschaftspflicht
Die Verpflichtung, nachzuweisen, dass die Arbeit in Übereinstimmung mit den vereinbarten Regeln und Standards durchgeführt wurde, oder ordnungsgemäß und genau über die Leistungsergebnisse gegenüber den Beauftragten zu berichten. Dies kann eine sorgfältige, sogar rechtlich vertretbare Demonstration der Übereinstimmung der Arbeit mit den Vertragsbedingungen erfordern.
Quelle: IUCN, OECD
Review
Tätigkeit der Überprüfung eines normativen Dokuments, um festzustellen, ob es erneut bestätigt, geändert oder zurückgezogen werden soll.
Quelle: ISO Guide 2
Revision
Einführung aller notwendigen Änderungen am Inhalt und der Darstellung eines normativen Dokuments in Form einer neuen Ausgabe des normativen Dokuments.
Quelle: ISO Guide 2
Risiko
Die Wahrscheinlichkeit, dass etwas passiert, das Auswirkungen auf die Ziele hat. Sie wird anhand einer Kombination aus der Wahrscheinlichkeit eines Ereignisses und der Schwere seiner Folgen gemessen.
Quelle: ISEAL Assurance Code Version 2.0
Risikoanalyse
Die Wahrscheinlichkeit, dass etwas passiert, das Auswirkungen auf die Ziele hat. Sie wird anhand einer Kombination aus der Wahrscheinlichkeit eines Ereignisses und der Schwere seiner Folgen gemessen.
- Analyse (und Vergleich) der Wahrscheinlichkeit negativer Ergebnisse alternativer Aktionen, die in Entwicklungs-, Ernte- oder Managementstrategien antizipiert werden und beispielsweise als Grundlage zur Bestimmung der Audithäufigkeit dienen kann.
- Ein Prozess, der aus drei Komponenten besteht: Risikobewertung, Risikomanagement und Risikokommunikation.
- Eine analytische Technik, bei der die Eintrittswahrscheinlichkeiten eines adversen Ereignisses (z. B. Dürre, Hurrikan, Preisverfall eines Produkts) für jedes kritische Element eines Projekts geschätzt werden. Anschließend werden wiederholte Berechnungen (normalerweise per Computer) eines Maßes für den Wert des Projekts durchgeführt, wobei jedes Element entsprechend der Wahrscheinlichkeit seines Eintretens in die aufeinanderfolgenden Berechnungen eingeht.
Quelle: FAO Fisheries Glossary
Risikobasiertes Management
Wird angewandt, wenn die Management-Kapazität im Verhältnis zur Anzahl der zu behandelnden Ziele und damit verbundenen Probleme begrenzt ist. Die begrenzte Managementkapazität wird auf die Lösung vorrangiger Probleme konzentriert. So wird die Managementkapazität nicht durch zu viele Probleme verwässert. Es wird ein schrittweiser Ansatz eingeführt, bei dem Probleme mit geringem Risiko in einer späteren Phase angegangen werden.
Quelle: HIVOS
Rückverfolgbarkeit
Die Fähigkeit, die Geschichte, Anwendung oder den Standort eines Objekts zu verfolgen.
Quelle: ISO 9000
Sektor / sektorspezifisch
(zu unterscheiden von Produktgruppe)
Auf Siegelklarheit werden aktuell acht sektorspezifische Kriterienraster verwendet, um Nachhaltigkeitssiegel entsprechend ihres Sektors (z.B. Textilien, Papier, Computer usw.) zu bewerten.
In einem Sektor finden sich unterschiedliche Siegel, die sich aufgrund ihrer Zweckbestimmung, ihrer materiellen Zusammensetzung oder ihrer Beschaffenheit in einer Weise ähneln, dass man auf sie jeweils dasselbe Kriterienraster anwenden kann. Im Download-Bereich finden Sie alle sektorspezifischen Kriterienraster, die aktuell auf Siegelklarheit verwendet werden.
Im Gegensatz zum Sektor sagen die Produktgruppen im Siegelverzeichnis nichts darüber aus, anhand welcher Kriterien Siegel bewertet werden. Diese Produktgruppen dienen ausschließlich einer verbraucherfreundlichen und schnellen Orientierung.
Quelle: Siegelklarheit, SSCT
Siegel
Auch: Label
Jede schriftliche, gedruckte oder grafische Darstellung, die auf einem Produkt vorhanden ist, das Produkt begleitet oder in der Nähe des Produkts angezeigt wird. Label für soziale und ökologische Nachhaltigkeit zielen darauf ab, Verbraucher:innen beim bewussten Einkauf zu unterstützen und somit verantwortungsvolles wirtschaftliches Handeln zu fördern.
Ein Siegel muss nicht zwingend auf unabhängigen Prüfungen beruhen oder auf objektiven Kriterien basieren. Es kann auch rein symbolisch oder werblich vergeben werden.
Quelle: IFOAM, DIOP
Sozialsiegel
Sie kennzeichnen Produkte, die sozialverträglich hergestellt wurden.
Quelle: Siegelklarheit, SSCT
Sozialverträglichkeit
Auch: Soziales
Im Bereich Sozialverträglichkeit stellt Siegelklarheit Anforderungen an die Siegel in bis zu fünf Themenfeldern:
- Faire Arbeit & sichere Arbeitsplätze: Verbietet das Siegel Kinder- und Zwangsarbeit? Müssen Mindestlöhne oder existenzsichernde Löhne gezahlt werden?
- Faire Geschäftspraktiken & Vertrauenswürdigkeit: Müssen Unternehmen alle relevanten Gesetze einhalten? Gibt es Anforderungen gegen Korruption und Bestechung?
- Unternehmerische Verantwortung: Müssen Unternehmen ihre Auswirkungen auf Menschenrechte aktiv prüfen und bewerten? Werden Maßnahmen für Chancengleichheit und gesellschaftliches Engagement verlangt?
- Konfliktfreie Rohstoffe: Enthält das Siegel Anforderungen für sogenannte Konfliktmineralien – also Rohstoffe wie Tantal, Zinn, Wolfram oder Gold, die in Krisenregionen abgebaut werden und bewaffnete Gruppen finanzieren können?
- Gemeinschaft & lokale Verantwortung: Müssen Unternehmen bevorzugt lokale Arbeitskräfte und Zulieferer einsetzen? Werden die Rechte indigener Völker geschützt?
Quelle: Siegelklarheit, SSCT
Stakeholder:in
Einzelpersonen oder Gruppen, die Interesse an dem System besitzen oder von den Entscheidungen bzw. Aktivitäten betroffen sind. Zu den Stakeholder:innen gehören auch Parteien mit geschützten Interessen wie z. B. Rechteinhaber:innen.
Quelle: ISEAL Credibility Principles
Standard
Der „Standard“ ist ein Dokument. Es legt die inhaltlichen Anforderungen an das Produkt oder den Produktionsprozess fest.
Quelle: Siegelklarheit, SSCT
Standarddokumente
Die Gründungsdokumente einer siegelgebenden Organisation, denen grundlegende Informationen wie z. B. die Geschäftsordnung, die Satzung, die Gründungsurkunde, Chartas, Gesellschaftsverträge usw. zu entnehmen sind. Standarddokumente bilden die Grundlage für die Bewertung von Siegeln und den durch die siegelgebenden Organisationen festgelegten Umsetzungs- und Kontrollsystemen.
Quelle: Siegelklarheit, SSCT
Standardsetzende Organisation
Auch: Standardorganisation, Siegelgebende Organisation, Siegelinhaber:in
Sie entscheidet, ob ein Produkt ein Siegel tragen darf. Die standardsetzende Organisation definiert, welche Ziele damit erreicht werden sollen. Sie legt den Standard und das Standardsystem fest. Etabliert werden sie durch
- staatliche Stellen
- Nichtregierungsorganisationen
- einzelne Unternehmen
oder einem Zusammenschluss dieser. Konformitätsbewertungsstellen überprüfen i. d. R. die Anforderungen. Sie müssen oftmals von den Unternehmen unabhängig sein, die ein Siegel für ihren Produktionsprozess beantragen. Einige Organisationen vergeben Siegel, für die sie die Anforderungen formuliert haben und deren Einhaltung sie kontrollieren. Manche Siegel sehen gar keine Kontrollen vor.
Quelle: ISEAL Assurance Code
Standardsystem
Standardsysteme werden in vielen Sektoren weltweit eingesetzt, um die soziale, ökologische und wirtschaftliche Leistung zu verbessern. Es handelt sich dabei um marktbasierte Initiativen, die Nachhaltigkeitsprobleme angehen, indem sie einen Standard oder ein ähnliches Instrument einführen, das Leistungsniveaus oder Wege zur Verbesserung definiert. Das „Standardsystem“ geht jedoch noch über den Standard selbst hinaus. Es bezieht zusätzlich zu den im Standard festgelegten Anforderungen auch den Umsetzungsprozess und den Kontrollmechanismus mit ein.
Quelle: ISEAL Credibility Criteria, Siegelklarheit
Sustainability Standards Comparison Tool (SSCT)
Das Sustainability Standards Comparison Tool (SSCT) ist ein Online-Tool zur Analyse und Bewertung existierender Nachhaltigkeitsstandards und ermöglicht es den unterschiedlichen Akteur:innen, Glaubwürdigkeit, Sozial- und Umweltkriterien der Standards zu recherchieren und zu vergleichen.
Das SSCT wurde von der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) gemeinsam mit (inter-) nationalen Expert:innen entwickelt, im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ). In der Rubrik zu Bewertungsmethodik und Datenerhebung finden Sie weiterführende Informationen.
Quelle: Siegelklarheit
T - V
Transparenz
Eine Umgebung, in der die Ziele, der Rahmen, die Daten und die Informationen einer Maßnahme den Beteiligten in verständlicher, zugänglicher und zeitnaher Form zur Verfügung gestellt werden.
Quelle: ITC (adaptiert von der OECD Procurement ToolBox)
Überwachung
Systematische Wiederholung der Konformitätsbewertungsaktivitäten als Grundlage für die Aufrechterhaltung der Gültigkeit der Konformitätserklärung. Überwachungsaktivitäten von falschen Angaben und missbräuchlicher Verwendung von Claims und Kennzeichnungen zur Unterstützung der Qualitätssicherung.
Quelle: ISO 17000, ISEAL Assurance Code
Umweltfreundlichkeit
Auch: Umwelt
In dem Bereich Umweltfreundlichkeit analysiert Siegelklarheit Siegel in bis zu zehn Teilbereichen:
- Schadstoffe & Chemikalieneinsatz: Verbietet das Siegel besonders gefährliche Chemikalien? Gibt es Regeln für den sicheren Umgang mit Pestiziden oder anderen Schadstoffen?
- Wasserverbrauch & Abwasser: Gibt es Obergrenzen für den Wasserverbrauch? Werden Anforderungen an die Abwasseraufbereitung gestellt, bevor es in die Umwelt gelangt?
- Rohstoffe & Materialien: Gibt es Anforderungen an nachhaltige Rohstoffgewinnung, z. B. beim Bergbau oder der Faserherstellung? Wird der Einsatz von genetisch veränderten Organismen (GVO) geregelt?
- Schutz von Natur & Artenvielfalt: Verbietet das Siegel die Rodung wertvoller Wälder für die Produktion? Gibt es Anforderungen zum Schutz bedrohter Tier- und Pflanzenarten?
- Bodenschutz & Bodengesundheit: Gibt es Anforderungen gegen Bodenerosion und -verdichtung? Werden Maßnahmen gefordert, um die Bodenfruchtbarkeit zu erhalten?
- Energieverbrauch & Klimaschutz: Werden erneuerbare Energien gefordert? Müssen Unternehmen Maßnahmen zur Anpassung an den Klimawandel planen?
- Abfall & Luftverschmutzung: Müssen Abfälle getrennt und gefährliche Stoffe sicher entsorgt werden? Gibt es Verbote für das unkontrollierte Verbrennen von Abfällen?
- Produktqualität & Gebrauchstauglichkeit: Gibt es Anforderungen an die Haltbarkeit, Strapazierfähigkeit oder technischen Eigenschaften?
- Langlebigkeit & Reparierbarkeit: Müssen Ersatzteile verfügbar sein? Gibt es Anforderungen an einen modularen, reparierbaren Aufbau des Produkts?
- Umweltverantwortung im Betrieb: Müssen Unternehmen alle relevanten Umweltgenehmigungen vorweisen? Werden Interessengruppen in Umweltentscheidungen einbezogen?
Quelle: Siegelklarheit, SSCT
Umweltsiegel
Sie kennzeichnen Produkte, die umweltverträglich hergestellt wurden.
Quelle: Siegelklarheit, SSCT
Verifizierung
Bestätigung durch die Erbringung eines objektiven Nachweises, dass festgelegte Anforderungen erfüllt wurden. Der objektive Nachweis, der für eine Verifizierung benötigt wird, kann das Ergebnis einer Inspektion oder anderer Formen der Determinierung sein, wie z. B. die Durchführung alternativer Berechnungen oder die Durchsicht von Dokumenten.
Quelle: ISO 9000
Voluntary Sustainability Standards
Voluntary Sustainability Standards sind spezielle Regelwerke, die sicherstellen, dass Produkte umweltfreundlich und sozialverträglich hergestellt werden. Sie konzentrieren sich auf Wirtschaftssektoren wie Forst- und Landwirtschaft, Bergbau und Fischerei und legen Wert auf den Schutz von Wasserquellen, die Erhaltung der Biodiversität sowie die Reduzierung von Treibhausgasemissionen. Zudem unterstützen Voluntary Sustainability Standards den Arbeitnehmerschutz und die Wahrung von Arbeitsrechten und fokussieren sich auf spezifische Prozesse entlang der Produktion. Voluntary Sustainability Standards werden von Unternehmen, Unternehmensverbänden, NGOs oder Regierungen entwickelt und versuchen dabei, die Interessen der Stakeholder:innen zu berücksichtigen.
Quelle: UNFSS
W - Z
Weiterführende Kriterien
Auch: Weiterführende Anforderungen
Die Bewertung der Siegel basiert auf einem Kriterienkatalog von rund 300 Anforderungen, den führende Expert:innen aus Wissenschaft, Zivilgesellschaft und Privatwirtschaft gemeinsam mit Siegelklarheit entwickelt haben.
In dem Katalog wird zwischen Mindestkriterien und weiterführenden Kriterien unterschieden. Zuerst werden die sektorspezifischen Mindestkriterien geprüft, bevor diese und alle weiterführenden Kriterien bepunktet werden.
Quelle: Siegelklarheit, SSCT
Zertifikat
Sammelbegriff für alle Mittel, mit denen angegeben wird, dass die Erfüllung der festgelegten Anforderungen nachgewiesen wurde.
Quelle: ISEAL Assurance Code (angepasst von ISO 17000)
Zertifizierung
Bestätigung durch Dritte in Bezug auf eine Konformitätsbewertungsstelle, die formelle Nachweise über ihre Kompetenz, Unparteilichkeit und konsistente Arbeitsweise bei der Durchführung bestimmter Konformitätsbewertungsaktivitäten liefert (vgl. ‚Konformitätsbewertungsstelle‘).
Quelle: ISO 17000
Zulieferer
Auch: Subunternehmer
Eine Organisation, die dem Unternehmen Waren und/oder Dienstleistungen zur Verfügung stellt, die integraler Bestandteil der Waren und/oder Dienstleistungen des Unternehmens sind und für ihre Produktion verwendet werden.
Quelle: SA8000